SEA News Woche 40/2026

Auch in dieser Woche ist wieder einiges los in der SEA-Welt: wir ziehen Bilanz zum Merchant Center for Agencies, werfen einen Blick auf den AI Brief für mehr Sprachen samt neuem AI-Max-Reporting und zeigen, wie OpenAI seine ChatGPT Ads erweitert. Dazu gibt’s den Demand-Gen-Drop für September, Neuigkeiten zu den Lernzyklen beim Smart Bidding sowie frische Updates von Microsoft Advertising. Los geht’s!

Google Merchant Center – Das neue Merchant Center for Agencies

Wir hatten Euch bereits in einer vergangenen Ausgabe unserer SEA-News berichtet, dass ein neues Merchant Center Verwaltungstool für Agenturen bald ausgerollt wird. Nun ist es seit einigen Tagen da und wir haben uns genau angesehen, was das neue System wirklich kann und wo aktuell noch die Grenzen liegen.

Google positioniert die Oberfläche als zentrales Command Center für Euer gesamtes Kundenportfolio. Es bietet Euch einige exklusive Werkzeuge, die euch im Agenturalltag einen Mehrwert bieten sollen:

  • Fehlerbehebung nach Klickpotenzial: Ihr müsst nicht mehr raten, welche Feed Probleme am dringendsten sind. Das System bewertet Fehlerkategorien über alle Kunden hinweg danach, wie viele Klicks Euch bei einer Behebung zusätzlich erwarten.
  • Ladenhüter direkt pushen: Ihr könnt das gesamte Portfolio nach Produkten filtern, die live sind aber keine Anzeigenklicks erhalten. Aus dem Dashboard heraus könnt Ihr diese Artikel direkt mit Labels versehen und das System erstellt vollautomatisch eine zusätzliche Feed Quelle. So könnt Ihr diese Produkte gezielt in Euren Google Ads Kampagnen mit Budget anschieben.
  • Direkte Kundenreports: Das Tool überwacht leere Lagerbestände bei Euren Kunden. Fehlen wichtige Produkte, schickt Ihr dem Shopbetreiber mit einem Klick einen Bericht, damit dieser rechtzeitig Nachschub besorgt und Euch die Klicks nicht wegbrechen.
  • Proaktives Alert System: Bei signifikanten Schwankungen von Klicks oder massenhaften Produktablehnungen schiebt das System die betroffenen Konten auf der Startseite direkt nach oben. Ihr erkennt Anomalien sofort.

Jetzt kommt allerdings der große Haken: Für die meisten von Euch wird das Tool aktuell leider kaum nutzbar sein. Das Stichwort lautet CSS.

Ein einzelnes Händlerkonto darf laut Google Systemik immer nur mit genau einem einzigen Multi Client Account verknüpft sein. Da Eure CSS Anbieter im Hintergrund aber genau diese Kontostruktur nutzen, ist dieser Platz bereits belegt. Ihr könnt ein Kundenkonto aktuell nicht gleichzeitig im Netzwerk Eures CSS Partners und in dem neuen Agenturkonto verwalten. Es herrscht ein striktes Entweder oder Prinzip.

Wir haben dazu direkt bei unserem technischen Partner nachgefragt und es gibt Licht am Ende des Tunnels. Google plant bereits ein Update zur Lösung dieses Konflikts. Demnächst soll sich das Agentur-MCA als eigene «Rolle» hinterlegen lassen. Dann laufen beide Systeme problemlos nebeneinander.

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Weitere Informationen

Google Ads – AI Brief und AI Max mit neuen Features

Google erweitert AI Max for Search um zwei neue Funktionen, die mehr Kontrolle und Transparenz bringen sollen. Die geschlossene Beta von AI Brief wird auf weitere Sprachen ausgeweitet – darunter auch Deutsch. Damit könnt Ihr Google AI in eigenen Worten zusätzliche Informationen zu Unternehmen, Zielgruppen und wichtigen Botschaften mitgeben.

Neues Reporting für AI Max

Zusätzlich führt Google ein neues Reporting für AI-getriebene Search-Kampagnen ein. In einer Ansicht soll nachvollziehbar werden, welcher Suchbegriff eine Anzeige ausgelöst hat, welche Assets ausgespielt wurden und auf welcher Landingpage der Nutzer gelandet ist. Damit soll sich die Customer Journey innerhalb von AI Max deutlich transparenter nachvollziehen lassen.

Weitere Details und Informationen zur Verfügbarkeit will Google im Laufe des Jahres bekannt geben.

OpenAI Ads – Weiteres Ads Manager Update

Bei ChatGPT Ads geht es Schlag auf Schlag weiter: Der Ads Manager von OpenAI entwickelt sich derzeit in rasanter Geschwindigkeit weiter. Welche der neuen Funktionen wann für deutsche Accounts verfügbar sein werden, lässt sich allerdings auch diesmal nicht verlässlich sagen.

Das sind die wichtigsten Updates für ChatGPT Ads:

  • Bulk-Funktion für Produkt-Feed-Kampagnen: Werbetreibende können künftig per Tabellen-Upload mehrere Produkt-Feed-Kampagnen und Anzeigengruppen gleichzeitig erstellen. Die dazugehörigen Anzeigenvorlagen werden dabei automatisch generiert.
  • Review-Status für Produkte: OpenAI ergänzt im Bereich „Produkte“ einen Status für die Produktprüfung. Werbetreibende können dadurch nachvollziehen, in welcher Phase des Prüfprozesses sich ein Produkt befindet und warum einzelne Produkte gegebenenfalls abgelehnt wurden.
  • Conversions analysieren, die über das Kampagnenziel hinausgehen: Die Insights API kann künftig auch zugeordnete Conversions ausgeben, die über das ausgewählte Optimierungsziel einer Kampagne hinausgehen.
  • Brand-, Account- und Abrechnungsname getrennt verwalten: Werbetreibende können künftig ihren internen Account-Namen, den öffentlich sichtbaren Markennamen und den registrierten rechtlichen Namen separat verwalten. Eine Änderung des Markennamens löst dabei eine erneute Prüfung aus und kann die Anzeigenauslieferung bis zur Genehmigung pausieren. Eine Änderung des rechtlichen Namens stößt wiederum eine erneute Unternehmensprüfung an und kann ebenfalls zu einer Unterbrechung der Auslieferung führen.

Unsere Einschätzung

Aus den aktuellen Updates wird deutlich, dass OpenAI den ChatGPT Ads Manager Schritt für Schritt um Funktionen erweitert, die Werbetreibende aus dem Google-Ökosystem bereits kennen – insbesondere aus dem Ads Editor und dem Merchant Center. Auch die Verwaltung von Accounts wird zunehmend professioneller. Das dürfte vor allem für größere Werbetreibende, Agenturen und Unternehmen relevant sein, die mit mehreren Accounts oder Subaccounts arbeiten. Grundsätzlich sind die Entwicklungen sinnvoll, vieles davon wirkt allerdings weniger wie eine echte Innovation als vielmehr wie das Aufholen von grundlegenden Funktionen.

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Google Ads – September-Demand-Gen-Drop bringt KI-Chat und One-Click-Experiences

Mit dem September-Demand-Gen-Drop legt Google direkt beim August-Update nach, über das wir bereits in der SEA News KW36 berichtet hatten (Messaging-Funktion aus YouTube-Anzeigen heraus, Reise-Tools und die allgemeine Verfügbarkeit der multimodalen KI-Videoerstellung im Asset Studio). Neu ist nun der Business Agent für YouTube Ads: damit könnt Ihr direkt neben Video-Anzeigen mit Produkt-Feeds in einen KI-Chat einsteigen und erhaltet sofort Antworten zu Produkten oder Marken, ohne das Video zu verlassen – Interessierte können sich darüber hinaus dafür bereits über ein Anmeldeformular vormerken lassen.

Außerdem führt Google One-Click-Experiences ein: Auf YouTube Shorts reicht künftig ein Tap auf 9:16-Vollbild-Bildanzeigen, um direkt auf die Landingpage zu gelangen, und auch in Gmail wird der Klickpfad vereinfacht – laut Google steigern Werbetreibende mit Bildcreatives in Gmail-Demand-Gen-Kampagnen im Schnitt ihre Conversions um 40 % bei gleichem ROAS.

Google Ads – Neue Informationen zur Smart Bidding Lernphase

Auf den Hilfeseiten von Google haben aufmerksame PPC-Experten bemerkt, dass Google die Dauer der Smart Bidding Lernphase nicht mehr primär über die verstrichene Zeit (wie bisher oft 1–2 Wochen) definiert.

Der neue offizielle Richtwert lautet: Die Kalibrierung nach einer Änderung dauert nun bis zu 50 Conversions oder drei Conversion-Zyklen.

Das hilft Euch enorm bei der Erfolgsbewertung. Besonders bei Accounts mit geringerem Volumen. Statt sich nach 14 Tagen zu wundern, warum die Performance noch schwankt, habt Ihr nun einen klaren, volumenbasierten Google-Benchmark vor Augen. Das System lernt schlichtweg so lange, bis die nötige Datenmenge erreicht ist.

Seht die 50 Conversions als oberen Richtwert für Search, Shopping und Performance Max. Wenn Ihr viele historische Daten habt, geht es natürlich auch schneller.

Google Ads – Handlungsbedarf: Automatische Angebots-Assets in Erweiterungen aktiviert

Ab dem 12. Oktober 2026 werden in Google Ads automatisch Angebote wie Gutscheine und Rabatte von Eurer Website erkannt, extrahiert und direkt auf die Kampagnen angewendet. Diese Funktion wird automatisch aktiviert! Überprüft also die Einstellungen und deaktiviert die Option ggf. Ihr nicht wollte, dass Rabatte automatisch in den Anzeigen ausgespielt werden. Wie und wo ihr dies tun könnt, findet ihr hier.

Quelle: adseed

Microsoft Advertising – Mehr Testsicherheit und größere B2B-Reichweite

Microsoft Advertising hat im September zwei Updates veröffentlicht, die vor allem größere Werbetreibende und B2B-Kampagnen betreffen: generell verfügbare Optimization Experiments sowie deutlich größere LinkedIn-Unternehmenslisten. Wir fassen beide Neuerungen für Euch zusammen.

Änderungen mit Optimization Experiments testen

Microsoft Advertising hat Optimization Experiments nun für Search-, Shopping-, Audience- und Performance-Max-Kampagnen allgemein verfügbar gemacht. Damit lassen sich kontrollierte A/B-Tests zu Geboten, Targeting, Creatives und weiteren Stellschrauben durchführen, bevor eine Änderung live ausgerollt wird. Eine vereinheitlichte Ergebnisseite zeigt das Experiment direkt im Vergleich zur ursprünglichen Kampagne. Gewinnt eine Variante, lässt sie sich unkompliziert auf die Originalkampagne übertragen oder als neue Kampagne anlegen.

Aus unserer Sicht ist das ein sinnvoller Schritt, der Microsoft näher an die Testmöglichkeiten von Google Ads heranführt. Gerade jetzt vor dem Weihnachtsgeschäft lohnt es sich, Budget- oder Zielgruppenänderungen kontrolliert zu testen, statt sie erst in der Hochsaison live auszuprobieren.

Quelle: adseed

Umfangreichere LinkedIn-Unternehmenslisten

Außerdem erweitert die Werbeplattform LinkedIn-Unternehmenslisten von bisher 1.000 auf bis zu 10.000 Firmennamen pro Liste. Die Namen lassen sich gesammelt beim Kampagnen-Setup oder direkt in der Zielgruppen-Bibliothek hinzufügen, statt sie einzeln einzupflegen. Die Listen können anschließend mit LinkedIn-Profil-Targeting in Search- und Audience-Kampagnen kombiniert werden. Die Funktion steht global in den unterstützten Märkten zur Verfügung, wobei die “zugrunde liegenden Nutzer-Daten” Nutzer aus EWR, UK und der Schweiz ausschließen.

Das heißt in der Praxis vermutlich: Ihr könntet die Funktion als Werbetreibender in Deutschland zwar technisch nutzen (Liste anlegen, Feature verfügbar), aber die Profile/Nutzer aus Deutschland selbst wären vom darunterliegenden Consumer-Daten-Matching ausgenommen – sprich, ihr könntet damit kaum oder gar keine deutschen LinkedIn-Nutzer gezielt erreichen. Das ist aber eine Interpretation unsererseits.

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Weitere Kurznachrichten

Google Merchant Center – API-Unterstützung für Produktbewertungen

Google hat die Merchant API um Produktbewertungen erweitert – Händler können Bewertungsdaten jetzt automatisiert per API hochladen und verwalten, statt sie manuell oder per Datei-Feed einzuspielen. Voraussetzung bleibt die Teilnahme am Produktbewertungsprogramm mit mindestens 50 Produktbewertungen. Für Kunden mit großen oder häufig wechselnden Sortimenten lohnt sich der Blick – weniger manuelle Pflege, mehr Automatisierung.

Google Ads – Analyse zum Smart Bidding Update vom 17. August

Laut einer Analyse von Smarter Ecommerce hat Googles Smart-Bidding-Update vom 17. August dafür gesorgt, dass budgetlimitierte Ziel-ROAS-Kampagnen ihre CPCs im Schnitt um 15,8 % steigern mussten, während nicht limitierte Kampagnen günstiger wurden. Vor dem Update liefen über die Hälfte der budgetlimitierten Kampagnen besser als ihr eingestelltes ROAS-Ziel – ein Effekt, der laut Google durch das Update bewusst reduziert werden sollte.

Google Data Studio – Release im September

Das jüngste Data-Studio-Release bringt u. a. Bulk-Styling für Diagrammelemente, eine neue private IP-Verbindung zu PostgreSQL sowie mehrere neue Partner-Connectors – mehr dazu in den offiziellen Release Notes.

Lesetipps

Microsoft Advertising blickt mit sechs globalen Trends aufs Weihnachtsgeschäft 2026 und zeigt, wie sich die Customer Journey durch KI-gestütztes Shopping bereits Monate vor dem eigentlichen Fest zu verschieben beginnt.

SearchEngineLand beschreibt drei PPC-Prioritäten für 2027 – von sauberer First-Party-Datenqualität über Kanal-Diversifizierung bis zum sinnvollen Einsatz agentischer KI zur Kontoüberwachung.

Ein praktischer Ansatz, um den Conversion-Anteil von AI Max zu berechnen.

Das war’s auch schon wieder für diese Woche – wir hoffen, es war etwas Spannendes für Euch dabei. Bleibt dran, testet mutig und bis zur nächsten Ausgabe der SEA News!

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