Pünktlich in Richtung Halloween 🎃 hat Google Neuigkeiten im Gepäck, die manchem Account Manager einen kleinen Schrecken einjagen dürften 👻 – es geht ums Displaynetzwerk und die Suchnetzwerk-Partner. OpenAI kommt derweil im neuen Kostüm: ein neues Anzeigenformat plus Neuerungen bei Tracking und Brand Safety. Ob darunter mehr Performance steckt, muss sich noch zeigen. Und Microsoft Advertising? Steht mit leerem Beutel an der Tür und wartet darauf, dass endlich jemand aufmacht.🚪
Im SEA-Bereich weiß man nie, was einen erwartet – Süßes oder Saures 🍬. Los geht’s!
Google Ads – Kanal-Priorisierung & Budget-Zuteilung kommen
Google kündigt zwei neue optionale Einstellungen an: Channel Prioritization und Budget Allocation, mit denen Ihr festlegt, welche Kanäle Euer Budget zuerst bekommen und wie viel die übrigen maximal abbekommen. Verkauft wird das als Flexibilitätsgewinn – Google ordnet es in eine Reihe mit Smart Bidding Exploration und den Gesamtbudgets ein. Beim zweiten Hinsehen steckt darin aber vor allem eine Änderung zugunsten der Kanäle, die viele von Euch bewusst meiden.
Quelle: Google Blog
In den SEA News der KW 36 hatten wir die Kanalpriorisierung für Performance Max noch als Alpha-Test gemeldet und geschrieben: „es wird also etwas kommen”. Das ist es jetzt – und zwar deutlich breiter und weniger differenziert.
Was genau kommt:
- Priorisierung: Ihr stuft Kanäle bzw. Kanalgruppen als „Hohe Priorität” oder „Niedrige Priorität” ein. Kampagnen finanzieren dann zuerst die hoch priorisierten Kanäle vollständig – bei Ziel-CPA oder Ziel-ROAS innerhalb des gesetzten Ziels – und verteilen erst das Restbudget auf die niedriger priorisierten.
- In Suchkampagnen lassen sich Google Suche, Suchnetzwerk-Partner und das Google Displaynetzwerk auf unterschiedliche Prioritätsstufen setzen.
- In PMax und Demand Gen werden die Google-eigenen Flächen wie Suche, YouTube, Maps, Gmail und Discover gemeinsam als „Google channels” priorisiert – also kein Einzel-Hebel pro Oberfläche.
- Ebenen: Die Steuerung kommt auf Konto- und Kampagnenebene und gilt auch für gemeinsam genutzte Budgets. Unterschiedliche Prioritätsstufen sind über Search, Shopping, Performance Max und Demand Gen hinweg möglich.
- Budget-Deckel: Für Kanäle auf „Niedrige Priorität” könnt Ihr einen maximalen Prozentsatz des Tagesbudgets festlegen. Google hält diese Grenze nach eigener Aussage auf Best-Effort-Basis ein.
- Rollout: über die kommenden Monate global für Search, Shopping, PMax und Demand Gen.
Quelle: Google Ads LinkedIn
Wichtig fürs Kalender-Eintragen: Ab Februar 2027 fällt für Suchkampagnen mit aktiviertem Displaynetzwerk das bisherige Spend-Allocation-Setup weg – Werbetreibende können dann eine Verschiebung der Kanal-Ausgaben sehen. Wer die aktuelle Konfiguration behalten will, setzt das Displaynetzwerk auf „Niedrige Priorität” mit 50 % Budgetzuteilung.
Unsere Einschätzung
Google beschreibt die Neuerung als zusätzliche Kontrollmöglichkeit. Aus unserer Sicht entsteht damit vor allem zusätzlicher Pflegeaufwand: Wer sein bestehendes Setup behalten möchte, muss laut Ankündigung aktiv eine Einstellung vornehmen. Google weist selbst darauf hin, dass sich die Kanalverteilung verschieben kann – wir halten es für ratsam, die Entwicklung der eigenen Kanalkosten danach genau zu beobachten.
Die neue Zwischenstufe zwischen „aktiv” und „deaktiviert” bewerten wir zurückhaltend. Wer Suchnetzwerk-Partner oder das Displaynetzwerk bisher deaktiviert hat, hat dafür meist nachvollziehbare Gründe, und eine von Google selbst als Best-Effort beschriebene Budgetgrenze ersetzt diese Entscheidung aus unserer Sicht nicht. Unsere Empfehlung: Fristen im Blick behalten und die eigenen Einstellungen rechtzeitig prüfen.
OpenAI Ads – Visuelles Anzeigenformat & neue Messmöglichkeiten
Bei ChatGPT Ads bleibt das Tempo hoch: Nur wenige Tage nach den Ads-Manager-Updates aus der KW 40 legt OpenAI mit einem neuen Anzeigenformat und einem deutlich ausgebauten Measurement-Ökosystem nach. Wie immer gilt: Wann das in deutschen Accounts ankommt, sagt OpenAI nicht.
Das sind die wichtigsten Neuerungen:
- Visuelles Anzeigenformat: Getestet wird es zunächst während der Bildgenerierung in ChatGPT. Die Anzeigen sollen klar gekennzeichnet und vom erzeugten Bild getrennt bleiben, die Antworten von ChatGPT bleiben laut OpenAI unbeeinflusst. Start ist im Laufe des Monats in den USA mit einer ersten Gruppe von Werbetreibenden.
- Conversion-Daten anbinden: Über Integrationen mit Hightouch, Tealium und LiveRamp lassen sich Conversion-Daten aus bestehenden Systemen an ChatGPT Ads übergeben.
- Attributionspartner für Web und App: Mit an Bord sind unter anderem AppsFlyer, Triple Whale, Adjust, DV Rockerbox, Northbeam, Branch, Singular, Kochava, Airbridge und Tenjin – für Conversions API, Reporting und Klick-Attribution. Für Full-Funnel- und fortgeschrittene Messverfahren kommen Fospha, Measured und INCRMNTAL dazu.
- Inkrementalität: Gemeinsam mit Haus, Measured und WorkMagic untersucht OpenAI geobasierte Experimente, um die kausale Wirkung von ChatGPT Ads messbar zu machen – nach eigener Aussage steht diese Arbeit noch am Anfang.
- Brand Safety: Für enge Platzierungsvorgaben steht qualifizierten Werbetreibenden jetzt die Funktion Negative Phrases zur Verfügung. Zusätzlich laufen Pilotprojekte mit DoubleVerify und Integral Ad Science, die in einer kontrollierten Testumgebung bewerten sollen, wie OpenAIs Markenschutz-Standards greifen – ohne Zugriff auf private Gespräche.
Quelle: Open AI
Unsere Einschätzung
Beim neuen Bildformat wären wir zurückhaltend: Eine Platzierung während der Bildgenerierung trifft Nutzer in einem kreativen, nicht in einem kommerziellen Moment – das ist Discovery, kein Performance-Case. Für visuell getriebene Branchen wie Mode, Interior oder Reise kann das spannend werden. Vorerst gilt aber: USA-only, erste Testgruppe, kein Datum für Europa.
Negative Phrases sind nicht mit ausschließenden Keywords zu verwechseln: Die Funktion zielt auf Brand Safety („neben welchen Themen will ich nicht erscheinen”), nicht auf die Steuerung von Streuverlusten. Dazu nur für „qualifizierte Werbetreibende” – was das heißt, lässt OpenAI offen. Echte Kontrolle über die Aussteuerung fehlt dem Kanal damit weiterhin.
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Google Ads – Neues Asset „Direct Offer“ im Test
Google testet laut PPC News Feed in den Assets ein neues Format namens Direct Offer mit Beta-Label. Mit diesem Asset sollt Ihr in Zukunft Käufern mit hoher Kaufabsicht direkt im AI Mode Werbeaktionen anzeigen können. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass die Angebote nur in Kampagnen geschaltet werden können, die „AI Max“ oder Text Customization nutzen.
Auf der Google Marketing Live 2026 gab Google bekannt, dass Direct Offers vom Product-Viewer im AI Mode auch auf die Antworten im AI Mode ausgeweitet wird. Da wird aber sonst nicht allzu viel davon wissen, warten wir besser erst einmal ab, was mit dem neuen Asset auf uns zukommt.
Quelle: adseed
Google Merchant Center – Neues «Store Address» Attribut
Es gibt Neuigkeiten für alle Local-Inventory-Feed-Nutzer unter Euch! Das Google Merchant Center hat vor kurzem das neue Attribut für die Geschäftsadresse ([store_address]) eingeführt.
Was bedeutet das für Eure Accounts? Wenn Ihr Local Inventory Ads (Anzeigen für lokales Inventar) oder lokale kostenlose Einträge nutzt, ist dieses Attribut ab sofort eine wichtige Ergänzung, jedoch nicht eine zwingende Pflicht für jeden eingereichten Artikel. Es dient vielmehr als Alternative oder Erweiterung zum bisherigen Store Code. Damit stellt Google sicher, dass Eure Produkte sauber und fehlerfrei mit dem jeweiligen physischen Ladengeschäft verknüpft werden.
Auch technisch gibt es eine klare Vorgabe: Das Attribut [store_address] muss als reiner Text (String) übermittelt werden. Achtet bei der Dateneingabe zwingend darauf, dass Eure Adressen unformatiert sind, also keine HTML-Tags, Emojis oder exotischen Sonderzeichen enthalten, um Fehler bei der Verarbeitung zu vermeiden. Ganz normale Buchstaben, Zahlen und Umlaute genügen hier völlig.
Wir empfehlen Euch, Eure Produktdaten-Feeds zeitnah zu prüfen und das neue Attribut bei Bedarf zu hinterlegen, damit Eure lokalen Anzeigen weiterhin reibungslos ausgespielt werden.
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Google Ads – Neue Attribut-Spalten für AI-Max
Google rollt neue Reporting-Spalten für AI Max aus, die Euch mehr Transparenz über die Einstellungen hinter Euren Search-Kampagnen geben sollen. Konkret lassen sich jetzt die Spalten Standorte von Interesse, Optimiertes Targeting und Markeneinschlüsse einblenden.
- Standorte von Interesse: zeigt, welche Kampagnen diese Einstellung nutzen, und erleichtert die Analyse der geografischen Reichweite.
- Optimiertes Targeting: macht sichtbar, wo Googles automatische Zielgruppenerweiterung aktiv ist.
- Markeneinschlüsse: gibt Aufschluss, wo entsprechende Einstellungen greifen – praktisch, wenn Ihr bei AI Max die Kontrolle über zugelassene Marken behalten wollt.
Laut Google helfen die neuen Spalten vor allem dabei, Kampagnen-Setups zu auditieren und Performance-Unterschiede nachzuvollziehen, ohne jede Kampagne einzeln aufzurufen. Der Rollout läuft noch, die Spalten tauchen also nicht in jedem Account sofort auf.
Weitere Kurznachrichten
Google Ads – Automotive Model Feeds für Suchanzeigen
Google testet mit Automotive Model Feeds auf Suchanzeigen (auch Vehicle Top Ads genannt) ein neues Anzeigenformat, das Fahrzeugherstellern erlaubt, Modelle mit Bildern, Ausstattung und Einstiegspreisen direkt unterhalb ihrer Text-Suchanzeigen zu zeigen. Voraussetzung dafür ist ein gültiger Automotive-Model-Feed, der auf Konto-Ebene über den Bereich Business Data hochgeladen wird – neue Kampagnen braucht es dafür nicht. Das Beta-Programm richtet sich ausschließlich an Fahrzeughersteller (OEMs) und ist aktuell nur in den USA, Kanada, Australien und UK verfügbar.
Google Ads – Conversion Lift Self-Service für Search & PMax
Gute Nachrichten für Eure Messbarkeit! Ihr könnt Conversion Lift Studien ab sofort im Self-Service für Search- und PMax-Kampagnen aufsetzen, ohne dafür den Google-Support kontaktieren zu müssen. Das Tool klärt die wichtigste Kausalitäts-Frage: Hätte der User auch ohne Eure Anzeige gekauft? Dafür wird eine Kontrollgruppe gebildet, die Eure getesteten Anzeigen nicht mehr sieht (organische Treffer und Konkurrenz-Ads aber weiterhin). So erkennt Ihr schwarz auf weiß den echten, inkrementellen Wert Eurer Kampagnen und deckt auf, ob beispielsweise PMax eigentlich nur Sales abgreift, die Eure Search-Kampagne ohnehin geholt hätte. Achtung bei den Hürden: Ihr benötigt pro Kampagne mindestens 1.000 erfasste Conversions und 5.000 US-Dollar Budget. In unseren Konten konnten wir das neue Feature bislang allerdings noch nicht entdecken.
Google Ads – Neue Data Strength Uplift Metric & Meridian-Updates
Google bündelt mehrere Measurement-Updates: In Google Ads zeigt die neue Data Strength Uplift Metric, wie viele zusätzliche Conversions Euer First-Party-Daten-Setup zurückgewinnt. Dazu kommen die Integration des Data Managers in Google Analytics und DV360 sowie beim Open-Source-MMM Meridian die allgemeine Verfügbarkeit von GeoX für kausale Geo-Experimente. Die genannten Uplift-Werte stammen aus Googles internen Daten – als Benchmark taugen sie nicht. Alle Details im Beitrag von Google.
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Das war’s für diese Woche – wir hoffen, es war mehr Süßes als Saures für Euch dabei. 🍬 Habt Ihr Fragen zu einem der Themen? Schreibt uns gerne. Bis zur nächsten Ausgabe!





